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Brexit

Wir dürfen Sie über die Reaktion der APK Pensionskasse auf die Brexit-Abstimmung informieren.

Nachdem sich in den frühen Morgenstunden des 24. Juni 2016 (vergangenen Freitag) ein Pro-Brexit-Wahlausgang abzeichnete, reagierten die Kapitalmärkte in Folge turbulent. Vor allem die zu dieser Zeit handelbaren Märkte (Währungen, japanische und amerikanische Aktienfutures) verzeichneten teils heftige Kursverluste.

Die APK Pensionskasse positionierte sich vor dem Abstimmungstag taktisch defensiver. Im Bewusstsein, dass das Abstimmungsergebnis in beide Richtungen zu starken Kursausschlägen führen könnte, wurden bereits im Vorfeld des Referendums Maßnahmen definiert, die im jeweiligen Wahlausgang rasch umgesetzt werden konnten.

Langfristig betrachtet stellt sich die Frage, inwieweit globale Märkte, Handelsströme und Konsumverhalten von dem Abstimmungsergebnis beeinflusst werden. Die globale Bedeutung des britischen Marktes hat jedenfalls in den letzten Jahrzehnten strukturell abgenommen, wobei Großbritannien heute ca. zwischen 3 %-4 % der globalen Wirtschaftsleistung bestimmt. Die Effekte, die sich aus der weiteren (nach wie vor ungewissen) Entwicklung Großbritanniens ergeben, bleiben aus unserer Sicht regional überschaubar und betreffen vor allem Großbritannien selbst, aber natürlich auch einzelne europäische Handelspartner.

Die politischen Folgen der Brexit-Abstimmung werden mit dem nun einsetzenden Krisenmanagement zwischen Großbritannien und der Europäischen Union erst in den kommenden Monaten etwas mehr Klarheit schaffen. Die Frage, ob Großbritannien offiziell einen Austrittsprozess bereits in einem ersten Schritt einleitet oder ein möglicher nachfolgender Premierminister auf eine Verzögerungstaktik (vielleicht sogar bis zu den im Jahr 2020 stattfindenden Wahlen) setzt, bleiben ebenso ungewiss, wie auch die weitere Reaktion der britischen Notenbank und des internationalen Kapitalmarktes.

Die gegenwärtige Situation und die zukünftige Entwicklung bleiben daher schwer prognostizierbar, erheben allerdings den Anspruch zur noch größeren Umsicht und Vorsicht.

In diesem Sinne möchten wir unsere Reaktion auf die Brexit-Abstimmung folgendermaßen zusammenfassen:

  • Bereits vor der Abstimmung hatten wir eine etwas defensivere Grundhaltung eingenommen. Die wirtschaftlichen Aktienquoten unserer Veranlagungsgemeinschaften lagen spürbar unter den strategisch definierten langfristigen Zielquoten.
  • Europäische Aktien wurden ebenfalls etwas reduzierter gewichtet, als wir es langfristig strategisch planen. Hier rechneten wir im negativen Fall mit höheren Kursabschlägen als bspw. in den USA oder Asien.
  • Britische Direktpositionen wurden ebenfalls im Vorfeld sehr umsichtig gesetzt. Das durchschnittliche Aktien- und Währungsrisiko, welches sich aus dem britischen Markt bemisst, lag im Vorfeld des Abstimmungstages unter 2 % des Pensionskassenvolumens. Dies ist angesichts der Bedeutung, die der britische Markt global gesehen einnimmt (siehe auch oben), eine angemessen defensive Positionierung.
  • Unser Basisszenario nach dieser Abstimmung sieht eine weitere Abwertung des britischen Pfunds vor, weshalb wir das diesbezügliche Währungsrisiko um 50 % reduziert haben und unsere Veranlagungsgemeinschaften nun durchgerechnet nur mehr ca. 1 % ihres Volumens im Pfund halten. Von einer gänzlichen Absicherung wurde zunächst abgesehen, da wir mit weiterer Volatilität rechnen und die Märkte kurzfristig auch ihre teils erheblichen anfänglichen Verluste etwas reduzieren könnten. Auch stellt sich die Frage, ob die britische Notenbank mit Währungsinterventionen ihre Währung zu unterstützen versucht. Die Einstiegsniveaus für weitere Währungsabsicherungen wären in einem derartigen Umfeld natürlich attraktiver.
  • Das britische Aktienrisiko belassen wir momentan bei den erwähnten ca. 2 %, da es sich bei unseren Investments vorrangig um global agierende Unternehmen handelt, die mittelfristig aus einer Währungsabwertung erhebliche Absatzvorteile (günstiger Pfund reduziert bspw. für EMU-Konsumenten die Produktpreise) erzielen könnten. Hier zeigte sich am Freitag (24.6.), dass andere globale Märkte teils stärker korrigierten als der britische Aktienmarkt selbst. Der Markt bleibt aber natürlich weiterhin unter intensiver Beobachtung.
  • Die Absicherung des Aktienmarktrisikos wurde in einem ersten Schritt über den amerikanischen Markt umsichtig erhöht. Diese Maßnahmen wurden am Abstimmungstag vor Eröffnung des europäischen Marktes gesetzt, da dieser unter sehr starkem Abgabedruck stand. Der europäische Leitindex EuroStoxx50 eröffnete dann auch mit ca. -11,5 % Kursverlust. Ein hoher Sicherungsschritt in eine derart negative Eröffnung birgt natürlich auch die Gefahr eine erste positive Gegenreaktion zu verabsäumen. Der US-Markt reagierte hier natürlich etwas abgemilderter. Daher werden wir auch in den kommenden Wochen bemüht sein, Sicherungsschritte sehr umsichtig und nötigenfalls schrittweise zu setzen.

Wie Sie wissen, sind wir stets bemüht, unsere Veranlagungsgemeinschaften bestmöglich durch diese bewegten Zeiten zu navigieren. Die politische Meldungslage der letzten Jahre begünstigt unser Vorhaben nicht unbedingt, lässt uns aber auch nicht die Ruhe und Besonnenheit verlieren. Unsere Vorgehensweise der letzten Jahre, die uns immer stärker zur Diversifikation der Veranlagungsgelder in Richtung globaler Märkte geführt hat, sollte sich in einem derart sensiblen Umfeld bezahlt machen. Natürlich können wir uns den Kursrückschlägen dieser Tage nicht entziehen, aber unser globaler Veranlagungsgrundsatz sollte zumindest teilweise europäisch geprägte Risiken kompensieren und uns andererseits auch Investitionschancen für die Zukunft bieten.

Für Rückfragen steht Ihnen das Team der APK Pensionskasse gerne telefonisch unter 05 0275 10 zur Verfügung.